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Redispatch 2.0 für Anlagenbetreiber

Aktualisiert: 23. Feb. 2023

Was ist der Redispatch?

Unter Redispatch versteht man Eingriffe in die Erzeugungsleistung von Erzeugungsanlagen, um Leitungsabschnitte vor einer Überlastung zu schützen.


Redispatch 2.0 Softwareentwicklung Marv-IT
Redispatch 2.0

Warum wurde der Redispatch 2.0 eingeführt?

Der Redispatch 2.0 wurde eingeführt, um die zunehmenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der Energiewende zu bewältigen. Durch den starken Ausbau erneuerbarer Energien und den damit einhergehenden dezentralen Strukturen im Stromnetz sind immer mehr Anlagen und Akteure am Netz beteiligt. Dies führt zu einer erhöhten Komplexität und kann dazu führen, dass es zu Engpässen und Überlastungen in bestimmten Leitungsabschnitten kommt. Der Redispatch 2.0 soll hier Abhilfe schaffen, indem er einen gezielten Eingriff in die Einspeisung von Erzeugungsanlagen ermöglicht, um Netzengpässe zu vermeiden. Auf diese Weise soll eine sichere und zuverlässige Stromversorgung auch in Zeiten der Energiewende gewährleistet werden.


Wie funktioniert der Redispatch 2.0?

Der Redispatch 2.0 funktioniert nach einem festgelegten Verfahren und klaren Abläufen. Zunächst ermitteln die Übertragungsnetzbetreiber anhand von Prognosen und Messungen potenzielle Engpässe im Stromnetz. Sind diese identifiziert, fordern sie die Anlagenbetreiber auf, ihre Einspeiseleistung entsprechend anzupassen. Hierbei werden zuerst konventionelle Erzeugungsanlagen herangezogen, da diese aufgrund ihrer technischen Eigenschaften schneller und zuverlässiger auf die Netzbedarfe reagieren können. Erneuerbare Energien und KWK-Anlagen werden nur dann eingesetzt, wenn ihre Regelung im Vergleich zu konventionellen Anlagen günstiger ist.

Die Anlagenbetreiber haben dann eine bestimmte Frist, um ihre Einspeiseleistung anzupassen. Wird diese Frist nicht eingehalten, greift der Übertragungsnetzbetreiber über das Redispatch-Verfahren in die Anlage ein. Hierbei wird die Einspeiseleistung der Anlage von extern gesteuert und reduziert oder erhöht, um den Engpass zu vermeiden. Der Anlagenbetreiber erhält für den Einsatz seiner Anlage zur Netzengpassbewirtschaftung eine Entschädigung, die etwa der Höhe des Vergütungsverlustes entsprechen soll. Das Redispatch 2.0-Verfahren soll sicherstellen, dass das Stromnetz auch in Zeiten der Energiewende stabil und zuverlässig betrieben werden kann.


Was ist das Ziel des Redispatch 2.0?


Droht an einer bestimmten Stelle im Netz ein Engpass, werden Erzeugungsanlagen diesseits des Engpasses angewiesen, ihre Einspeisung zu drosseln, während Anlagen jenseits des Engpasses ihre Einspeiseleistung erhöhen müssen. Auf diese Weise wird ein Lastfluss erzeugt, der dem Engpass entgegenwirkt und der Fluktuation der Umwelt entgegenwirken soll.


Seit 2021 ist der Redispatch 2.0 in Kraft getreten und somit sind noch mehr Anlagen von den Bestimmungen betroffen.


Wenn betrifft Redispatch 2.0?


Seit dem 1. Oktober 2021 müssen alle Erzeugungsanlagen, ab einer Einspeiseleistung von 100 kW, die Bedingungen des Redispatch 2.0 erfüllen. Das betrifft auch Bestandsanlagen!


Die Netzbetreiber, oder auch Stadtwerke, wollen die Anlage vollumfänglich überwachen und steuern können. Dies Bedarf spezieller Technik und Softwareerstellung, damit alle notwendigen Daten zur Verfügung stehen.


Ist die Teilnahme am Redispatch 2.0 für Erneuerbare Energien verpflichtend?


Konventionelle Erzeugungsanlagen sollen auch in Zukunft primär herangezogen, d.h. zur Vermeidung von Netzengpässen abgeregelt, werden. Auf Erneuerbare-Energien-Anlagen wird dann zurückgegriffen, wenn ihre Regelung um den Faktor 10 günstiger ist als die Regelung konventioneller Anlagen. Auf KWK-Anlagen wird zurückgegriffen, wenn ihre Regelung um den Faktor 5 günstiger ist als die Regelung einer konventionellen Anlage. Der individuelle Standort der dezentralen Anlagen bekommt dadurch zunehmende Bedeutung. Zudem ist davon auszugehen, dass auch Photovoltaik- und Biogasanlagen zukünftig vermehrt vom Management der Netzengpässe betroffen sein werden.


Wird der Anlagenbetreiber entschädigt im Falle eines Redispatch 2.0 eingriff?


Im Falle der Redispatch-Aktivierung einer Erneuerbare-Energien-Anlage wird diese entsprechend vergütet. Anlagenbetreibende erhalten dann für den Einsatz ihrer Anlage zur Netzengpassbewirtschaftung eine Entschädigung, die etwa der Höhe des Vergütungsverlustes entsprechen soll. Damit bringen die Regelungen keine finanziellen Nachteile für Anlagenbetreibende.


Wie setzte ich Redispatch 2.0 bei meiner Anlage um?


Wir sind Redispatch Experten und sind in ganz Deutschland und auch international unterwegs, um die geforderten Datenpunkte des Netzbetreiber (Stadtwerke) umzusetzen und wir unterstützen Sie vom Engineering über Hardware, Erstellung der Software bis hin zur Inbetriebnahme.

Wir bieten das komplett Paket an, damit auch Ihre Anlage den Normen entspricht.



Welche technischen Anforderungen gibt es für den Redispatch 2.0?


Damit der Redispatch 2.0 effektiv durchgeführt werden kann, müssen Anlagenbetreiber bestimmte technische Anforderungen erfüllen. Zunächst müssen alle Erzeugungsanlagen, die eine Einspeiseleistung von 100 kW oder mehr haben, mit geeigneten Mess- und Regeltechnik ausgestattet werden. Diese Technik ermöglicht es dem Netzbetreiber, die Anlage aus der Ferne zu steuern und zu überwachen, um den Redispatch bei Bedarf schnell und effektiv durchführen zu können. Hierbei ist eine zuverlässige und sichere Datenübertragung zwischen Anlage und Netzbetreiber unerlässlich. Darüber hinaus müssen Anlagenbetreiber sicherstellen, dass ihre Anlagen mit den notwendigen Datenpunkten ausgestattet sind, damit der Netzbetreiber alle relevanten Daten zur Verfügung hat, um den Redispatch durchzuführen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist die Unterstützung von Experten notwendig, die bei der Umsetzung der technischen Anforderungen und der Softwareerstellung helfen können.


Vorteile des Redispatch 2.0 für die Energiewende


Der Redispatch 2.0 ist eine wichtige Maßnahme, um die Energiewende in Deutschland erfolgreich umzusetzen. Durch das Verfahren können Netzbetreiber Engpässe im Stromnetz vermeiden und damit eine zuverlässige Stromversorgung sicherstellen. Insbesondere in Zeiten, in denen der Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz weiter wächst, wird die Bedeutung des Redispatch 2.0 weiter zunehmen. Denn erneuerbare Energien unterliegen aufgrund ihrer schwankenden Verfügbarkeit einem erhöhten Maß an Unsicherheit, was die Stabilität des Stromnetzes gefährden kann. Mit dem Redispatch 2.0 können die Netzbetreiber dieser Herausforderung effektiv begegnen und den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix weiter steigern.


Ein weiterer Vorteil des Redispatch 2.0 ist, dass das Verfahren dazu beiträgt, Kosten zu senken. Durch die gezielte Steuerung der Einspeisung kann verhindert werden, dass teure konventionelle Kraftwerke in Betrieb genommen werden müssen, um Engpässe im Stromnetz zu vermeiden. Stattdessen können Erneuerbare-Energien-Anlagen stärker genutzt werden, was zu einer höheren Wirtschaftlichkeit und Effizienz im Stromsystem führt. Auf diese Weise leistet der Redispatch 2.0 einen wichtigen Beitrag zur Transformation des Stromsystems hin zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Energieversorgung.


Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Trends im Redispatch 2.0


Der Redispatch 2.0 ist ein sich stetig weiterentwickelndes Verfahren, das auch in Zukunft immer wichtiger werden wird. Eine zentrale Herausforderung wird dabei darin bestehen, die steigende Anzahl von dezentralen Erzeugungsanlagen in das Verfahren zu integrieren. Hierfür müssen Netzbetreiber und Anlagenbetreiber eng zusammenarbeiten und geeignete Technologien und Prozesse entwickeln, um eine effektive Steuerung der Einspeisung zu gewährleisten.


Ein weiterer Trend im Redispatch 2.0 ist die verstärkte Nutzung von Digitalisierung und Automatisierung. Durch den Einsatz von Smart Grids, Künstlicher Intelligenz und anderen innovativen Technologien können die Steuerung und Überwachung des Stromnetzes weiter verbessert werden. Zudem wird es in Zukunft immer wichtiger werden, die Flexibilität des Stromsystems zu erhöhen, um Engpässe effektiver bewältigen zu können. Hierfür können beispielsweise Energiespeicher, Lastmanagement-Systeme und virtuelle Kraftwerke eingesetzt werden. Insgesamt wird der Redispatch 2.0 somit auch in Zukunft ein wichtiges Instrument zur Gewährleistung einer zuverlässigen und kosteneffizienten Stromversorgung sein.


FAZIT

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Redispatch 2.0 ein wichtiges Instrument ist, um die Stabilität des Stromnetzes sicherzustellen und Netzengpässe zu vermeiden. Durch die Einführung des Redispatch 2.0 werden auch immer mehr dezentrale Anlagen in das System eingebunden und können zur Stabilisierung beitragen. Der Einsatz erneuerbarer Energien wird dadurch weiter gefördert und die Abhängigkeit von konventionellen Kraftwerken reduziert. Allerdings stellt die Umsetzung des Redispatch 2.0 auch hohe Anforderungen an die technische Ausstattung und Softwareentwicklung der Anlagenbetreiber. Hier sind professionelle Lösungen gefragt, um eine reibungslose Integration zu gewährleisten.



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